Vor der Kaufentscheidung sollten Sie in Ruhe das richtige E-Bike und die ideale Akkugröße auswählen. Um die Antriebseinheit (Motor) brauchen Sie sich im Normalfall nicht zu kümmern, jedoch der E-Bike Akku benötigt etwas Aufmerksamkeit. Folgend einige Hinweise zur Auswahl und Akkupflege.
 



E-Bike-Hersteller und Händler geben oftmals hohe Reichweiten bis über 100 Kilometer an, doch in der Praxis erweist es sich auch hierbei, dass dies nicht immer richtig ist. In der Regel sind die zurückgelegten Strecken deutlich kürzer und selbst bei längeren Ausfahrten hält der Akku auch nicht entsprechend den Angaben im Handbuch. Dies sind Testwerte unter idealsten Laborbedingungen, ähnlich wie die Angaben zum Verbrauch beim Auto.
Lassen Sie sich Zeit und prüfen Sie vor dem Kauf die Eigenschaften des E-Bikes bei einer Testfahrt auch in der untersten Leistungsstufe und mit ausgeschaltetem Motor. Dabei werden Sie merken, dass die Tretunterstützung, je nach eingesetztem Antrieb, ganz unterschiedlich ist. Einige E-Bikes fahren sich ohne Unterstützung des Motors wie ein normales Fahrrad mit schleifender Bremse.

Die Lithium-Ionen Akkus, welche heutzutage in E-Bikes eingesetzt werden, kosten als Ersatz Akku zwischen 500,00 € bis weit über 1200 €. Um auf die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden einzugehen, bieten einige Hersteller inzwischen an, beim Kauf aus verschiedenen Kapazitäten zu wählen (300 Wh, 400 Wh oder 500 Wh). Da die Leistung des Akkus mit der Zeit durch Kapazitätsverlust sinkt, sollte man die Leistung jedoch nicht zu knapp kalkulieren.

Bei den Herstellerangaben zur E-Bike Akku Reichweite sollten Sie sich nicht auf die Angaben im Handbuch verlassen. Die reale Reichweite hängt von verschiedensten Faktoren ab: gerade Strecke oder bergige Landschaft, eigene Tretunterstützung des Fahrers, der gewählten Unterstützungsstufe, Gewicht des Fahrers, Gepäckzuladung und der Windrichtung. Viele E-Bike Hersteller errechnen aus der Reichweite und den zurückgelegten Kilometern einen Mittelwert. Eine Bergab- oder Bergaufstecke können sie dagegen nicht wirklich berechnen.

In bergigen Gebieten zählen anstatt der Reichweite in Kilometern vielmehr die Höhenmeter. Hier zählt dann jedes Kilogramm Gewicht sozusagen doppelt. Informieren Sie sich im Gebirge vor Beginn Ihrer E-Bike Tour, wie viele Höhenmeter Sie zurücklegen und planen Sie dafür evtl. Aufladestopps ein. Empfehlenswert bei längeren E-Bike Touren ist es, ein leichtes Reiseladegerät oder einen Zweitakku als Reserve mitzunehmen.

Bei guter Pflege und regelmäßiger Aufladung hält ein E-Bike Akku im Durchschnitt circa 4-5 Jahre und ungefähr 500 Ladezyklen. Sogar bei einer Reichweite von nur 60 km kommt man somit auf 30.000 Kilometer und diese Strecke will erst mal mit dem E-Bike gefahren werden.

Hinweis: Laden Sie Ihren E-Bike-Akku oft nach, spätestens alle 3 Monate bei Nichtbenutzung. Dies ist bei modernen E-Bike Akkus überhaupt kein Problem. Bei älteren E-Bike Akkus mit Nickel-Cadmium oder Nickel-Metall-Hydrid Zellen bestand die Gefahr von Memory-Effekten und einer verkürzten Lebensdauer. Diesen Memory-Effekt gibt es bei modernen Lithium-Ionen Akkus nicht mehr. Das regelmäßige Nachladen erhöht die Leistungsfähigkeit und die Lebensdauer des Akkus erheblich.
 
Eine Lagerung im ungeladenen Zustand ist nicht gut für den E-Bike Akku, also laden Sie den Akku besser öfter nach. Bei Nichtbenutzung des E-Bike Akkus kann trotzdem eine Entladung stattfinden, da die im Akku verbaute Elektronik (BMS - Batterie Management System) je nach Bauart auch Strom verbraucht und im schlimmsten Fall den Akku tiefentladen kann. Bitte achten Sie auf die Herstellerangaben im Handbuch und laden Sie regelmäßig und vor allem bei einem leergefahrenen Akku zeitnah nach.

Das richtige Ladegerät für E-Bike Akkus
Lesen Sie in der Bedienungsanleitung nach und verwenden Sie nur Original Ladegeräte. Andere Ladegeräte können den Akku irreparabel schädigen und im Extremfall sogar zu Bränden führen. Bei mehreren Akkus bzw. Ladegeräten im Haushalt ist eine Beschriftung ratsam, um eine Verwechslung auszuschließen.

Leistungsverlust bei E-Bike Akkus
Sie müssen mit einem stetigen Leistungsverlust des E-Bike Akkus im Laufe der Jahre rechnen. Ähnlich wie bei Autoreifen, das Profil nutzt sich bei Benutzung auch ab. Aus diesem Grund geben die Hersteller maximale Ladezyklen vor. Bei guter Pflege, z.B. durch regelmäßiges Laden, hat ein E-Bike Akku nach der Hälfte der angegebenen Ladezyklen immer noch ca. 60 bis 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität.

Lagerung und Aufladung von E-Bike Akkus
Kälte beansprucht den E-Bike Akku. Aufgrund von physikalischen und chemischen Prozessen kann er nicht die komplette Leistung abgeben und somit sinkt die Reichweite deutlich ab. Aber auch bei großer Hitze arbeitet der Akku nicht optimal.
Aufladung von E-Bike Akkus: Dies sollte immer etwa bei Zimmertemperatur erfolgen. Zum Lagern und Laden sind Temperaturen um 10-20 Grad ideal. Im Winter sollten Sie den Akku nicht zu stark beanspruchen und bei Nichtbenutzung spätestens alle 3 Monate aufladen. Unbedingt die Angaben des E-Bike Herstellers im Benutzerhandbuch beachten! Viele Hersteller empfehlen, den Akku nach jedem längeren Gebrauch aufzuladen, um Tiefenentladungen möglichst zu vermeiden.

Hinweise und Tipps zum Kauf von gebrauchten E-Bikes
Da man sich nie sicher sein kann, ob der Vorbesitzer den E-Bike Akku ordentlich gepflegt hat, sollten Sie besonderes Augenmerk auf den Akku Zustand richten (z.B. eine ausführliche Testfahrt machen und den Akkuverbrauch mit den Herstellerangaben zur Reichweite vergleichen). Jeder kompetente Fachhändler kann bei vielen E-Bikes den Zustand des Akkus (Ladezyklen, Restleistung, Alter, etc.) auslesen und Ihnen dazu ein Protokoll erstellen. Vor dem Kauf sollten Sie auch unbedingt die Verfügbarkeit und den Preis eines Ersatzakkus prüfen. Gerade bei Billiganbietern von gebrauchten E-Bikes kann es sonst schnell zu einer bösen Überraschung kommen. Eine preiswerte Alternative zum Neukauf eine E-Bike Akkus ist der Zellentausch des schlappen E-Bike Akkus, bei dem alle Zellen im vorhandenen Akkugehäuse ausgetauscht werden. Somit ist nach der „Frischzellenkur“ die Leistung wieder wie bei einem neuen Akku. Es kann meist sogar die Leistung des Akkus durch den Einsatz von Zellen mit höherer Kapazität verbessert werden.